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Rheinfelden

Rheinfelden (Baden), ist eine Stadt im Südwesten Baden-Württembergs unmittelbar an der Schweizer Grenze

Geographie

Rheinfelden liegt unmittelbar südlich der Ausläufer des Südschwarzwalds am bis 535 m hohen Gebirgszug Dinkelberg, der sich nördlich der Kernstadt erhebt. Es befindet sich etwa 15 km (Luftlinie) östlich von Basel am rechten bzw. nördlichen Ufer des Hochrheins gegenüber der gleichnamigen Schweizer Stadt. In Rheinfelden mündet der Dürrenbach in den Rhein.

Geschichte

Das Gebiet der heutigen Kernstadt Rheinfelden (Baden) gehörte ursprünglich der heute schweizerischen Stadt Rheinfelden, war jedoch – abgesehen vom Befund eines römischen Betriebs zum Abbau von Ton für die Ziegelherstellung[3] – nicht bebaut. Die Geschichte ist daher bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts mit jener identisch. Die Kämpfe in der Schlacht bei Rheinfelden im Jahr 1638 erfassten auch dieses Gebiet.
Infolge der Grenzziehung nach den Frieden von Lunéville und Pressburg 1801 bzw. 1805 wurde der Rhein zur Grenze zwischen dem Land Baden und der Schweiz. Die Stadt Rheinfelden verlor dadurch ihr rechtsrheinisches Gebiet, das dann zu den badischen Gemeinden Nollingen, Warmbach und Karsau gehörte. 1836 wurde gegenüber von Rheinfelden ein badisches Zollhaus errichtet, bei dem sich bald ein kleiner Weiler entwickelte, der zur Gemeinde Nollingen gehörte. 1856 begann der Bau der Hochrheinbahn von Basel Badischer Bahnhof nach Konstanz, an der unweit des Zollhauses die Station bei Rheinfelden in Betrieb ging. Kennzeichnend für die Entwicklungsgeschichte ist, dass das Empfangsgebäude auf der Südseite der Bahntrasse errichtet wurde, in Richtung Rheinfelden AG orientiert, Rheinfelden (Baden) jedoch bis heute nur über eine Unterführung angebunden ist. Dicht dabei siedelten sich in den 1890er Jahren Schweizer Großindustrien (Seidenweberei, Chemische Werke, Aluminiumhütte und Elektrolyse) an und 1897 wurde hier Europas erstes Flusskraftwerk errichtet. Für die Industriearbeiter wurde die bereits Mitte des Jahrhunderts begonnene Siedlung ausgebaut und ab 1901 als Ortsteil Badisch Rheinfelden innerhalb der Gemeinde Nollingen bezeichnet. Ihr wurden auch Teile der Gemarkung Karsau angegliedert. Die Gemeinde Nollingen gehörte seinerzeit zum Bezirksamt Säckingen. 1921 wurde die Nachbargemeinde Warmbach, die bis dahin zum Bezirksamt Lörrach gehörte in die Gemeinde Nollingen eingegliedert und dem Ortsteil Badisch Rheinfelden angegliedert. Am 7. Oktober 1922 erhielt die Gemeinde Nollingen die Stadtrechte. Dabei entschied man sich dafür, auch auf deutscher Seite den Namen der Schweizer Schwesterstadt Rheinfelden zu übernehmen. Seit der Kreisreform 1939 gehörte Rheinfelden (Baden) zum Landkreis Säckingen. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte die Stadt zum Land Baden und nach Bildung von Baden-Württemberg 1952 zum Regierungsbezirk Südbaden. Seit der Kreisreform 1973 gehört Rheinfelden zum Landkreis Lörrach und zur Region Hochrhein-Bodensee. Durch die Eingliederung der Nachbargemeinden überschritt die Einwohnerzahl 1973 die 20.000-Grenze. Danach stellte die Stadtverwaltung den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was die Landesregierung von Baden-Württemberg dann mit Wirkung vom 1. Januar 1975 beschloss.
Unter dem Motto „Elemente, die bewegen“ fand vom 16. Juni bis 9. September 2007 in grenzübergreifender Zusammenarbeit mit der Schweizer Nachbarstadt Rheinfelden eine „Kleine Landesgartenschau“, das „Grünprojekt 2007 beider Rheinfelden“ („Grün 07“), statt. Die Grün 07 stieß im Vorfeld aufgrund der Kosten zunächst auf starke Widerstände in der Bevölkerung, ein Bürgerentscheid zeigte eine deutliche Mehrheit ablehnender Stimmen, scheiterte jedoch knapp am Beteiligungsquorum.

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Haus Salmegg, im Hintergrund der Stadtpark
Das Rheinfelder Stadtmuseum befindet sich im Haus Salmegg, einem ehemaligen Patrizierhaus, das in den Jahren 1824/25 auf den Fundamenten der alten Befestigungsanlage des Brückenkopfes Rheinfelden von Franz-Josef Dietschy (1770–1842) im klassizistischen Stil erbaut wurde. Neben dem Stadtmuseum befinden sich in dem Gebäude das Trauzimmer der Stadt, ein Konzertsaal sowie Räume für Kunstausstellungen. Das Untergeschoss dient als Restaurant.
In einem ehemaligen Wasserturm ist das Narrenmuseum der Narrenzunft Rheinfelden untergebracht.
Nahe am Eingang zur Tschamberhöhle beim Wohnplatz Riedmatt des Rheinfelder Ortsteils Karsau wurde im Juli 2009 das Geo-Museum Dinkelberg eingerichtet.
Bauwerke


Eines der Wahrzeichen von Rheinfelden: der Wasserturm



WasserturmDer Wasserturm ist eines der Wahrzeichen der Stadt Rheinfelden (Baden). Der 35 Meter hohe Turm wurde 1898 bis 1899 erbaut und war bis 1971 in Betrieb. In den 1980er Jahren wurde der Turm renoviert und wird seit 1993 vom Narrenmuseum genutzt.
Eines der bedeutendsten Bauwerke auf heutigem Stadtgebiet ist das ehemalige Deutschordensschloss Beuggen. Es wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts durch die Ordenskommende unterhalb der alten Burg erbaut. Um 1400 erfolgte der Umbau zu einer befestigten Schlossanlage, die 1585 bis 1598 vergrößert wurde. 1752 bis 1757 wurde es unter Johann Caspar Bagnato nochmals erweitert und barockisiert. Die evangelische Schlosskirche St. Michael wurde in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts erbaut. Auch sie wurde im 18. Jahrhundert barockisiert. Heute dient das Schloss als evangelische Tagungsstätte.
Das Alte Wasserkraftwerk im Rhein wurde 1895 bis 1899 als erstes Flusskraftwerk Europas und erstes Niedrigwasserkraftwerk der Welt nach Plänen von Conradin Zschokke errichtet. Besonders sehenswert ist der Sandsteinbau mit seiner monumentalen Fassade. Die Turbinenhalle hat teilweise noch ihre ursprüngliche Ausstattung. Zum Jahreswechsel 2010/2011 wurde mit dem Abriss dieses bedeutenden Denkmals begonnen. An der Stelle des alten Rheinkraftwerks informiert ein Ausstellungspavillon über die Entstehung und Bedeutung des Kraftwerks für die Stadt Rheinfelden.
Katholische Hauptkirche Rheinfeldens ist die 1913/15 erbaute Kirche St. Josef, eine neobarocke Kirche mit Jugendstilelementen. Evangelische Hauptkirche ist die 1935 bis 1937 erbaute Christuskirche. Weitere evangelische Kirchen und Gemeindezentren im Stadtgebiet sind die evangelische Johanneskirche Minseln (erbaut 1955), das evangelische Gemeindezentrum Paulussaal Nordstadt (erbaut 1974), das evangelische Gemeindezentrum Karsau (erbaut 1974), das evangelische Gemeindezentrum Warmbach (erbaut 1965) und die Kapelle Herten (erbaut 1958).
Älteste Kirche im Stadtzentrum ist die Adelbergkirche. Das umgebaute Ökonomiegebäude steht in Bahnhofsnähe auf dem Adelberg. Sie wurde am 17. September 1899 als erste in der neu entstehenden Stadt Rheinfelden (Baden) in Anwesenheit von Oberkirchenrat Oehler durch Dekan Höchstetter geweiht. Die Kirche erwies sich sehr bald als viel zu klein, so dass sie 1903 durch eine Empore erweitert wurde. Vom CVJM wurde sie in den 60er-Jahren wiederentdeckt, gereinigt und in Betrieb genommen. Der Verkauf des Gotteshauses im Jahr 1976 an die Kraftwerke Rheinfelden hätte dem damaligen Pfarrer der Stadtkirche beinahe die Stellung gekostet. Der Erlös des Verkaufs wurde zum Ankauf eines Pfarrhauses in Karsau verwendet. Heute wird sie von der alt-katholischen Gemeinde genutzt, dient aber auch häufig für Trauungen, Taufen und ökumenische Gottesdienste.


Alte katholische Kirchen gibt es in fast allen Stadtteilen Rheinfeldens. Lediglich Adelhausen und Karsau haben keine Kirche. Die katholische Kirche Degerfelden soll im 13. Jahrhundert erbaut worden sein. Um 1763 wurde sie erneuert. Sie ist eine Filialkirche von Herten. Die Pfarrkirche St. Gallus in Obereichsel wurde Ende des 12. Jahrhunderts erbaut, doch ist hiervon nur noch der Turm erhalten. Das Schiff wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut. Die Kirche gilt als Grablege der Heiligen Drei Jungfrauen Kunigunde, Mechtrudis und Wilbrandis, weshalb Eichsel ein bekannter Wallfahrtsort war. Von der mittelalterlichen Pfarrkirche St. Urban Herten ist der Chorturm erhalten. Die übrige Kirche wurde 1789/92 nach Plänen des für den Deutschen Orden tätigen Baumeisters Franz Anton Bagnato erbaut. Die heute als Friedhofskirche genutzte Kirche war einmal eine Wallfahrtskirche. Die Kirche St. Peter und Paul Minseln wurde 1686 erbaut, doch ist bereits 1275 ein Pfarrer erwähnt. Die Mauritius-Kapelle Nordschwaben wurde im 15. Jahrhundert erbaut, das Langhaus 1733 angefügt. Im Chor befinden sich Reste von Wandbildern des 15. Jahrhunderts.

quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Rheinfelden_(Baden)

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