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Bad Säckingen

Bad Säckingen ist eine Kurstadt im Landkreis Waldshut in Baden-Württemberg am Hochrhein, etwa 35 km flussaufwärts von Basel gelegen.

Geographie

Geographische Lage
Bad Säckingen liegt am Hochrhein, der hier die Grenze zur Schweiz bildet. Die Stadt befindet sich am südlichen Rand des Hotzenwalds, der der südliche Ausläufer des Schwarzwalds ist. Zur Stadt gehört auch ein Teil der Fridolininsel im Rhein, deren genaue Aufteilung zwischen Deutschland und der Schweiz jedoch nicht geregelt ist.

Stadtgliederung

Die Stadt Bad Säckingen besteht aus den früher selbstständigen Gemeinden Harpolingen, Rippolingen, Säckingen und Wallbach. Zur ehemaligen Gemeinde Harpolingen gehören das Dorf Harpolingen, die Höfe Lochmühle und Rüttehof und die Häuser Holdmatt. Zur ehemaligen Gemeinde Rippolingen gehören das Dorf Rippolingen, das Gehöft Flut und die Häuser Santihof. Zur ehemaligen Stadt Säckingen gehören die Stadt Säckingen, der Stadtteil Obersäckingen und die Häuser Am Bergsee. Zur ehemaligen Gemeinde Wallbach gehört das Dorf Wallbach.

Geschichte

Wortinhaltlich gilt Säckingen (1978 Bad Säckingen, 878 Seckinga) als Gründung des Alamannen Secco. Der Name der Stadt ist jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit durch Eindeutschung einer römischen Ortsbezeichnung (Sanctio) entstanden (ähnlich wie Aachen, Baden-Baden u. a.), eventuell aus dem Namen der 297 n. Chr. gegründeten Diokletianischen Provinz Maxima Sequanorum. Der im Jahre 354 zum Bündnis mit den Römern genötigte Alamannenstamm der Brisgavi unternahm im Frühjahr des Jahres 360 wiederholt Einfälle in das benachbarte Rätien. Der römische Kaiser Julian sah sich daher gezwungen, Truppen zu entsenden, die die feindlichen Einfälle abwehren sollten. Unter der Führung des comes Libino gelangten die römischen Truppen nach Säckingen „prope oppidum Sanctio“, das damals vermutlich zum Breisgau gehörte. Bereits beim ersten Zusammentreffen mit den Alamannen fiel der römische Feldherr.
Im lateinischen Text der Fridolinsvita (970) heißt Säckingen Secanis und Seconis (Lautung a>o) und urkundlich 1207 auch Seconia.
Seconis ist als Ortskasus von Seconia zu deuten, das sprachgeschichtlich problemlos aus Sequaniacum (= Heiligtum der Sequana) abgeleitet werden kann. Nach dem Glauben der Kelten offenbarte sich die Göttin der Quellen, Heilkunst und Gesundheit im sumpfigen Erdreich der Kochsalztherme Säckingens (seik - „tröpfelnd fließen“, Sequana „Tochter der Quellen“).
Der Verfasser der Fridolinsvita stützte sich auf ein Konzept, das vermutlich bereits im 8. Jahrhundert entstanden war und den voralamannischen Ortsnamen bevorzugt hatte. Das entstehende Steuerkataster der Franken jedoch konnte auf Seckinga nicht verzichten.
In den Dokumenten des 13. Jahrhunderts wurde dann als Zeichen der Gelehrsamkeit der keltorömische Ortsname erneut verwendet: 1275 Sigillum Civium Seconiensium = Siegel der Bürger der Stadt Seconis (Seconiis „beim Seconia-Tempel“).

Die Stadt Säckingen entstand im Umfeld des gleichnamigen Klosters, dessen Gründung dem heiligen Fridolin zugeschrieben wird. Die in ihrem Quellenwert als unsicher eingeschätzte Heiligenvita des Fridolin berichtet, dass die Klostergründung unter dem Schutz des Franken-Königs Chlodwig I. stand. Eine derartig frühe Entstehung wird mittlerweile jedoch angezweifelt. Stattdessen wird die Klostergründung für das 7. Jahrhundert angenommen, also während der Regierung Chlodwigs II.. Das Kloster ist im 9. Jahrhundert in bemerkenswerter Nähe zu den Karolingern bezeugt, als dort zumindest eine Tochter Ludwigs des Deutschen, Bertha, und die Ehefrau Karls III. namens Richardis Äbtissinnen waren. Auch bestand eine ferne Verbindung zu dem Herrschergeschlecht der Ottonen. Im 10. Jahrhundert war Reglind, Großmutter Adelheids, der Frau Ottos des Großen, Äbtissin des Klosters Säckingen. Als im Jahr 1272 ein Brand große Teile der Stadt zerstörte (darunter auch die Stiftskirche), wurde um 1300 mit dem Bau des gotischen Münsters begonnen, das den Namen Fridolinsmünster trägt.
Nach der Schlacht bei Rheinfelden erhielt der Berner Johann Ludwig von Erlach nach dem baldigen Tod Bernhard von Weimar (er starb mit nur 35 Jahren), das Oberkommando und wurde dessen Nachfolger als Generalmajor in Breisach. Als 1639 Säckingen von 300 Kaiserlichen Reitern geplündert wurde, sandte er umgehend Hilfe unter Oberst Rosen in die Waldstädte. Bis zu den Friedensverhandlungen 1646 in Münster blieb es in Rheinfelden ruhig, es sollten die vier Waldstädte im Tausch gegen Breisach an Frankreich fallen. Dieses Vorhaben setze sich nicht durch. Der Krieg verwüstete noch fast 10 Jahre ganz Deutschland, bis der Westfälische Friede am 24. Oktober 1648 verkündet wurde. Doch alsbald folgte der Französisch-Holländische Krieg von 1672 bis 1679. Der Herzog Karl von Lothringen und Marschall Créqui nahmen in Rheinfelden und auf Schloss Beuggen Quartier. Es folgten 1688 der Orleanische Krieg und dann der Spanische Erbfolgekrieg. Die Äbtissinnen dieser Epoche mussten jeweils fliehen, die Reliquien (der Sarg mit St. Fridolin) und anderes mehr wurden in befreundete Klöster verbracht.(Baden im Aargau, später auch nach Schloss Bernau und Klingnau)

Bevor der rechte Rheinarm im Jahre 1830 zugeschüttet wurde[6], lag die Stadt auf einer Rheininsel und war durch Brücken mit dem Umland verbunden. Heute gibt es zwei Brücken von der deutschen Seite (Bad Säckingen) auf die Schweizer Seite (Stein): Die Holzbrücke ist mit 203,7 Metern die längste gedeckte Holzbrücke Europas. Die St. Fridolins-Brücke für den Kraftfahrzeugverkehr wurde im Jahre 1979 eingeweiht. Auf dieser Brücke steht eine Fridolinsstatue des Schweizer Bildhauers Rolf Brem.
1973 wurde der Landkreis Säckingen mit dem Kfz-Kennzeichen SÄK aufgelöst. Seitdem gehört die Stadt zum Landkreis Waldshut. Am 1. April 1972 wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Rippolingen und Wallbach eingemeindet. Die Eingemeindung von Harpolingen erfolgte am 1. Januar 1973.


Trompeter von SaeckingenDer Trompeter von Säckingen

Statue des Trompeters im Park von Schloss Schönau
Für eine breitere Öffentlichkeit zum Begriff wurde Säckingen durch das 1854 erschienene Erstlingswerk „Der Trompeter von Säkkingen“ von Joseph Victor von Scheffel. Nachdem sich das Werk anfangs nur schleppend verkaufte, stieg der Verkauf nach 1870 sprunghaft an. Zeitweise war es eines der meistgelesenen Bücher Deutschlands, und 1921 erschien bereits die 322. Auflage. Als Inspiration für dieses „epische Gedicht“ diente Scheffel eine reale Begebenheit aus dem 17. Jahrhundert, nämlich die Liebesbeziehung des bürgerlichen Franz Werner Kirchhofer (1633–1690) zu der adligen Maria Ursula von Schönau (bei Scheffel Margaretha). Während jedoch bei Scheffel das Paar zuerst nicht heiraten durfte, der Trompeter daraufhin nach Rom auswanderte und erst seine Adelung durch den Papst die Heirat doch noch ermöglichte, setzte sich das echte Paar über den Widerstand der Familie von Schönau hinweg, heiratete gegen deren Willen und führte anschließend ein angesehenes Leben in Säckingen. Es hatte fünf Kinder, und der Mann wurde ein erfolgreicher Handelskaufmann, Ratsherr und Schulmeister. Zudem leitete er den Knabenchor des St. Fridolinsmünsters und war daher zweifellos musikalisch, „Trompeter“ war er jedoch nicht. Die Grabplatte des Paars befindet sich heute in einer Nische an der Außenseite des Münsterchors.

Basierend auf Scheffels Buch komponierte Victor Ernst Nessler eine gleichnamige Oper, die 1884 in Leipzig uraufgeführt wurde. Das Libretto verfasste Rudolf Bunge. Aus der Oper ist heute vor allem noch die Arie „Behüt dich Gott, es wär so schön gewesen“ bekannt.
1918 wurde der Trompeter von Säckingen auch verfilmt. Regisseur war Franz Porten, produziert wurde der Film von der Berliner Eiko-Film GmbH. Die Dreharbeiten fanden vom 28. Mai bis am 6. Juni 1918 in Säckingen statt, fast 200 Säckinger wirkten als Statisten mit. Der Film wurde in Säckingen am 21. Dezember 1918 im Saal der Schützenlichtspiele gezeigt. Der Film ist heute verschollen, es existieren lediglich noch Fotografien mit Szenenbildern.

quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Bad_Säckingen

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